Israel Institute of Biblical Studies

Das Evangelium von Jesus, dem Messias

Die Welt um uns herum

Himmelsröte

Jeder Mensch sehnt sich nach Glück und Liebe. Diese tiefe Sehnsucht — in dir ebenso wie in mir — ist allen Menschen gemeinsam und lässt sich nicht auslöschen.

Die Schönheit der Welt um uns herum weckt in uns die Sehnsucht nach mehr. Die Güte der Menschen, die wir lieben, berührt uns. Das Geheimnis des Menschseins fasziniert uns: So oft spiegeln sich darin Wahrheit, Schönheit und Güte.

Obdachloser

Doch neben all dieser Schönheit sehen wir eine zutiefst verwundete Welt. Armut, Krankheit, Ungerechtigkeit, Egoismus, Wut, Gewalt und Verzweiflung umgeben uns. Das Leben kann sich leicht mit Angst, Einsamkeit, Schmerz, Hoffnungslosigkeit und Verwirrung füllen.

Viele versuchen, dieser harten Wirklichkeit durch die künstlichen Paradiese von Drogen, Alkohol oder flüchtigen Beziehungen zu entkommen. Doch diese Flucht verstärkt nur unseren Schmerz und unsere Entfremdung. Andere finden Trost in wirklich guten Dingen: Musik, Unterhaltung, Sport, Hobbys, Arbeit, Freunden und Familie. Doch tief in uns wissen wir, dass auch diese guten Dinge unser unruhiges Herz nicht vollständig erfüllen können.

Können wir einen Sinn in dieser Welt finden, die so schön und doch so verwundet ist?

Gottes Liebe zur Schöpfung

Baby in der Hand

Gott ist in sich unendlich vollkommen und glücklich. In einem aus reiner Güte gefaßten Ratschluß hat er den Menschen aus freiem Willen erschaffen, damit dieser an seinem glückseligen Leben teilhabe. (KKK 1)

Die gute Nachricht ist, dass Gott die Welt erschaffen hat* und alles, was sie enthält — dich eingeschlossen —, und zwar aus unendlicher Liebe. Er ist nicht bloß eine unpersönliche Kraft, sondern ein persönlicher Gott, der dich kennt und mehr liebt, als du dir je vorstellen kannst. Er kannte dich schon im Schoß deiner Mutter:

Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. (Ps 139,13)

Er weiß, woher du kommst, was du erlebt hast und wohin du gehst. Er kennt auch deine Gedanken, Hoffnungen, Freuden, Schmerzen und Ängste:

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits. (Ps 139,1–4)

Gott liebt dich mit unendlicher Liebe, so wie er jeden Menschen auf der Welt liebt. Er hat einen wunderbaren Plan für dein Leben: Er hat dich geschaffen, damit du an seinem eigenen göttlichen Leben der Liebe teilhast (2 Petr 1,4) und für immer mit ihm glücklich bist:

Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt. (Jer 31,3)

Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. (Jer 29,11)

Von Beginn der Menschheitsgeschichte an hat Gott einen Bund* mit der Menschheitsfamilie geschlossen — ein heiliges Familienband. Durch diesen Bund nimmt er uns als seine Kinder an, liebt uns und sorgt für uns. Er ruft jeden von uns in diese Beziehung: in Freundschaft mit ihm und miteinander zu leben, als seine Familie, und ihm in allem zu vertrauen und zu gehorchen.

Unsere Freiheit

Hände halten

Gott drängt sich uns nicht auf und zwingt uns nicht, ihn zu lieben. Wahre Liebe muss immer frei geschenkt werden. Gott hat uns frei geschaffen, damit wir ihn und einander lieben können.

Unsere Freiheit ist ein großes Geschenk. Sie bedeutet aber auch, dass wir Gottes Angebot des Lebens und der Liebe annehmen oder ablehnen können:

Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens. (Dtn 30,19–20)

Gott lädt uns ein, das Leben zu wählen: ihn zu lieben, ihm zu vertrauen und mit ihm zu gehen. Aber er wird uns niemals dazu zwingen. Die Entscheidung liegt bei uns.

Die Sünde

Trennung von GottDie schlechte Nachricht ist, dass wir alle Gottes Bund gebrochen haben. Die Sünde* kam in die Welt, als die Menschen ihre von Gott geschenkte Freiheit missbrauchten und sich dafür entschieden, „Nein zu Gott“ zu sagen — den abzulehnen, der sie für das Leben und die Liebe geschaffen hatte. Die Sünde ist die Wurzel allen Bösen und allen Leids um uns herum.

Wir sündigen, wenn wir uns von Gott — von seiner Güte und Wahrheit — abwenden und stattdessen unseren eigenen Weg gehen. Wir handeln, wie es uns gefällt, oft egoistisch, treffen falsche Entscheidungen und leben, ohne Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen. Sünde zerbricht unsere Beziehung zu Gott und trennt uns von seinem Leben.

Die Bibel erinnert uns an das, was wir bereits wissen: Wir alle haben gesündigt, uns aufgelehnt und uns von Gott abgewandt, jeder auf seine Weise:

depressive Frau

Der Herr blickt vom Himmel herab auf die Menschen, ob noch ein Verständiger da ist, der Gott sucht. Alle sind sie abtrünnig und verdorben, keiner tut Gutes, auch nicht ein Einziger. (Ps 14,2–3)

Denn ich bin in Schuld geboren; in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. (Ps 51,7)

Doch gibt es auf der Erde keinen einzigen Menschen, der so gesetzestreu wäre, dass er stets richtig handelt, ohne je einen Fehler zu begehen. (Koh 7,20)

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. (Röm 3,23)

Sünde ist nicht bloß ein Fehler: Sie ist ein Bruch in unserer Beziehung zu dem, der uns geschaffen hat. Und dieser Bruch hat Folgen.

Der Tod

Die furchtbare Folge der Sünde ist der Tod (Röm 6,23). Oft betrachten wir ihn als das normale und unvermeidliche Ende des Lebens. Doch tief in uns fürchten wir ihn: Wir fürchten nicht nur das Ende unseres irdischen Lebens, sondern auch die Möglichkeit, für immer von der Quelle aller Liebe, aller Freude, allen Friedens und allen Glücks getrennt zu sein.

Wir haben aus den Augen verloren, dass Gott ursprünglich nicht wollte, dass der Tod zum menschlichen Leben gehört. Dennoch sehnt sich jeder von uns nach Unsterblichkeit. Wir träumen von einem Leben ohne Leid, Krankheit und Tod, in dem wir die guten Dinge dieser Welt ohne Grenzen genießen können. Tatsächlich ist der Tod nicht unsere endgültige Bestimmung. Gott hat uns zum Leben berufen, zum Leben in Fülle. Nur aufgrund der Sünde — unserer willentlichen Abwendung von Gott — herrscht jetzt der Tod:

Tod

...doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben. (Gen 2,17)

Nur den, der gegen mich gesündigt hat, streiche ich aus meinem Buch. (Ex 32,33)

Nein, was zwischen euch und eurem Gott steht, das sind eure Vergehen; eure Sünden verdecken sein Gesicht, sodass er euch nicht hört. (Jes 59,2)

Nur wer sündigt, soll sterben. (Ez 18,4)

Der Tod ist nicht bloß ein biologisches Ereignis: Er ist die geistliche Folge der Trennung von Gott.

Den Abgrund überbrücken

YogaOb wir an Gott glauben oder nicht: Die meisten von uns spüren die Last von Leid und Tod, die unser zerbrechliches Leben bedrohen. Wir stürzen uns in Aktivitäten, um Frieden zu finden, unsere Beziehungen zu Gott und anderen Menschen in Ordnung zu bringen, unser Gewissen zu beruhigen und in diesem kurzen Leben Spuren zu hinterlassen. Wir suchen vielleicht Ansehen, Reichtum oder Macht; wir streben nach Erfüllung durch Bildung, Kreativität oder Werke der Barmherzigkeit; oder wir wenden uns der Philosophie, Meditation oder Religion zu.

AbgrundDoch so aufrichtig unsere Bemühungen auch sein mögen: Aus eigener Kraft können wir den Bruch zwischen uns und Gott nicht heilen. Er ist unendlich heilig, und wir sind durch die Sünde verwundet. Diesen unendlichen Abgrund überwinden zu wollen, ist wie der Versuch, den Ärmelkanal mit einem einzigen Sprung zu überqueren. Manche springen einen Meter weit, andere zwei — doch alle bleiben unendlich weit vom Ziel entfernt.

Die Bibel erinnert uns daran, dass selbst unsere besten Bemühungen unsere Beziehung zu Gott nicht wiederherstellen können:

Manch einem scheint sein Weg der rechte, aber am Ende sind es Wege des Todes. (Spr 14,12)

[So spricht der Herr:] Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. (Jer 17,5)

Dem König hilft nicht sein starkes Heer, der Held rettet sich nicht durch große Stärke. Nichts nützen die Rosse zum Sieg, mit all ihrer Kraft können sie niemand retten. Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschauen; denn er will sie dem Tod entreißen und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. (Ps 33,16–19)

Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst. (Ps 127,1)

Niemand kann den Tod allein durch gute Werke überwinden. Jede gute Tat hat ihren Wert vor Gott. Dennoch hindert uns seine unendliche Heiligkeit daran, in unserem gefallenen Zustand in seine Gegenwart einzutreten.

Unsere menschliche Natur ist zu verwundet und zu schwach, um aus eigener Kraft zu der übernatürlichen Heiligkeit zurückzukehren, in der Gott uns ursprünglich geschaffen hat. In unserem gefallenen Zustand in seiner Gegenwart leben zu wollen, ist wie der Versuch, ohne jede Hilfe auf dem Mars zu leben. So wie wir eine besondere Ausrüstung bräuchten, um auf diesem Planeten zu atmen und zu überleben, brauchen wir neue, übernatürliche Kräfte, um wieder in Gottes Gegenwart zu leben und an seinem Leben teilzuhaben.

Unsere Anstrengungen allein reichen nicht aus: Wir brauchen Gnade. Nur Gott kann uns die übernatürlichen Kräfte schenken, die uns fehlen. Nur er kann uns den Weg zurück öffnen.

Sühneopfer

Vor langer Zeit erwählte Gott ein Volk — das Volk Israel —, durch das er begann, sich der Welt zu offenbaren. So bereitete er sein großes Werk vor: die Erlösung der durch die Sünde verwundeten Menschheit. Er befreite Israel aus der Sklaverei in Ägypten, nahm es als sein eigenes Volk an und gab ihm die Tora, das Gesetz, nach dem die Israeliten als seine Bundesfamilie leben sollten. Sie waren verpflichtet, zahlreiche Gebote zu halten, als Antwort des Glaubens und des Gehorsams gegenüber Gott, der sie erlöst und als sein Volk angenommen hatte. Doch ein moralisch rechtschaffenes Leben allein genügte nicht zum Heil. Um in einer rechten Beziehung zu Gott zu leben, mussten sie ihm glauben und vertrauen, seine Gebote halten und am Gottesdienst im Bundeszelt teilnehmen, zu dem auch blutige Tieropfer zur Sühne für ihre Sünden gehörten.

PaschafestAls Gott die Israeliten aus Ägypten befreite, befahl er ihnen, ein Lamm zu schlachten und die Türpfosten ihrer Häuser mit seinem Blut zu bestreichen. So sollten sie vor dem Todesengel verschont bleiben, der die Erstgeborenen der Ägypter tötete (Ex 12). Später mussten die Israeliten fortwährend Blutopfer auf dem Altar des Bundeszeltes und danach des Tempels darbringen, um für ihre Sünden zu sühnen. Am Versöhnungstag (Jom Kippur), dem heiligsten Tag des jüdischen Jahres, betrat der Hohepriester mit dem Blut eines Ziegenbocks den innersten Teil des Heiligtums, das Allerheiligste. Er sprengte es auf die Sühneplatte, den Ort der erfahrbaren Gegenwart Gottes, um die Sünden des Volkes zu sühnen (Lev 16). Jeden Tag, solange der Tempel in Jerusalem stand, wurde auf dem Altar das Blut von Lämmern vergossen (Ex 29).

Warum hat Gott Opfer angeordnet, bei denen Blut vergossen wurde? Das Buch Levitikus gibt uns die Antwort:

Die Lebenskraft des Fleisches sitzt nämlich im Blut. Dieses Blut habe ich euch gegeben, damit ihr auf dem Altar für euer Leben die Sühne vollzieht; denn das Blut ist es, das für ein Leben sühnt. (Lev 17,11)

Wie wir gesehen haben, ist der Lohn der Sünde der Tod. Weil wir gesündigt haben, verdienen wir den Tod. In der von Gott eingesetzten Opferordnung erforderte die Sühne die Hingabe des Lebens durch das Vergießen von Blut: „Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung“ (Hebr 9,22). Doch in seiner Barmherzigkeit will Gott uns vergeben und uns jedes Mal, wenn wir fallen, einen Neuanfang schenken. Würde Gott uns wegen unserer Sünden verurteilen, wäre er gerecht, aber nicht barmherzig. Würde er uns vergeben, indem er allen Sündern eine pauschale Amnestie gewährte, wäre er barmherzig, aber nicht gerecht. Wir verstehen diese Spannung instinktiv: Wir wollen, dass das Böse bestraft und Unrecht wiedergutgemacht wird.

Deshalb setzte Gott Tieropfer ein. Die Sünde, die Schuld und die Strafe, die dem Sünder gebührte, wurden auf das Tier übertragen. Sein Blut wurde anstelle des Blutes des Sünders vergossen; es starb für ihn. Das Opferblut bedeckte die Sünde und stellte die Gemeinschaft des Opfernden mit Gott wieder her. Wir können uns die enormen Kosten der Schafe und Rinder vorstellen, die täglich im Tempel geopfert wurden. Dieses unablässige Blutvergießen verdeutlichte die Schwere der Sünde und den Preis der Vergebung. Doch selbst dieser Preis war nichts im Vergleich zu unserer wirklichen Schuld vor Gott. Dennoch nahm Gott diese Opfer eine Zeit lang an, denn sie waren nur der Schatten eines weit größeren Opfers, das noch kommen sollte.

Doch im Jahr 70 n. Chr. zerstörten die Römer den Tempel von Jerusalem und beendeten damit endgültig den Opferkult. Wo ist nun das Opfer, das die Sünden Israels sühnt?

Gottes Lösung: Jesus der Messias

Jesus_Messias

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3,16)

In seiner Barmherzigkeit hat Gott eine endgültige und universelle Lösung für das Problem der Sünde geschaffen. Vor zweitausend Jahren sandte er seinen Sohn — Yeshua (Jesus)*, den Messias Israels* —, um einen Neuen Bund mit seinem Volk zu schließen und uns den Weg zurück zu Gott zu weisen. Jesus verkündete die Umkehr und das Kommen des Reiches Gottes. Er heilte die Kranken, vergab die Sünden und lehrte uns, als Kinder Gottes zu leben.

Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 457–460) kam Jesus aus vier Hauptgründen:

  1. Uns zu retten, indem er uns mit Gott versöhnt und sich selbst als Opfer für unsere Sünden hingibt;
  2. Uns die Liebe des Vaters zu offenbaren, durch seine Worte und Taten;
  3. Unser Vorbild der Heiligkeit zu sein und uns zu zeigen, wie wir als Kinder Gottes leben sollen: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12);
  4. Uns am Leben Gottes teilhaben zu lassen, wie Gott es von Anfang an gewollt hat.

Jesus der Erlöser

Kreuzigung

Jesus, das ewige Wort und der Sohn Gottes, nahm unsere sterbliche Natur an und gab sein Leben als Sühneopfer für unsere Sünden hin, um uns mit dem Vater zu versöhnen. Sein Tod am Kreuz war das Paschaopfer*, das alle Opfer des Alten Bundes erfüllte. Er nahm unsere Strafe auf sich, damit wir befreit werden und Vergebung empfangen:

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. (Jes 53,5–6)

Jesus_die Brücke

Durch seinen Tod hat Jesus Sünde und Tod besiegt. Doch damit war sein Werk nicht zu Ende. Am dritten Tag wurde er durch die Kraft des Heiligen Geistes leiblich von den Toten auferweckt. Dann sandte er den Geist, damit er in uns wohne und uns mit Gott und miteinander versöhne (1 Kor 15,3–8; Röm 5,5). Durch seine Auferstehung öffnete Jesus uns den Weg zum Himmel und zum ewigen Leben. Die Tore des Paradieses, die seit dem Eintritt der Sünde in die Welt verschlossen waren, wurden wieder geöffnet.

Jesus — wahrer Gott und wahrer Mensch — ist die Brücke zwischen Gott und der Menschheit. Er ist gekommen, um uns mit dem Vater zu versöhnen und uns als geliebten Kindern Gottes ein neues Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu schenken. Wenn wir Jesus und seine Botschaft annehmen, nehmen wir Gottes Plan in seiner ganzen Fülle an.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6)

Das Werk der Apostel

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Während seines Wirkens in Galiläa berief Jesus zwölf Apostel und bereitete sie darauf vor, seine Sendung fortzuführen. Er übertrug Simon eine besondere Rolle und gab ihm den Namen Petrus — „der Fels“. Ihm vertraute Jesus die künftige Leitung der Kirche an, als er sagte:

Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,18–19)

Am Pfingsttag, fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu, kam der Heilige Geist auf die Apostel herab. Dies war die Geburtsstunde der Kirche*. Anfangs bestand die Kirche ausschließlich aus Juden, die glaubten, dass Jesus der Israel verheißene Messias war. Bald darauf wurden auch Nichtjuden in die Gemeinschaft aufgenommen. Die Kirche wurde zum Ort, an dem Juden und Nichtjuden in der gemeinsamen Anbetung des Gottes Israels miteinander versöhnt wurden.

Die Apostel, mit Petrus an ihrer Spitze, leiteten die frühe Kirche und führten das Werk Christi fort. Als die Kirche wuchs, weihten sie Bischöfe und übertrugen ihnen die geistliche Vollmacht*, die Jesus ihnen gegeben hatte:

Priesterweihe

Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; (Lk 10,16)
Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertrau zuverlässigen Menschen an, die fähig sind, auch andere zu lehren. (2 Tim 2,2)

Heute setzen der Papst* als Nachfolger Petri und die Bischöfe als Nachfolger der Apostel die Sendung Jesu und der Apostel fort: Sie verkünden seine Lehre, spenden die Sakramente, die sein Leben vermitteln, und leiten die Kirche.

Die Wiedergeburt

Taufe

Jesus lehrte, dass wir neu geboren werden müssen — aus Wasser und Geist —, um in das Reich Gottes zu gelangen:

Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen....Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (Joh 3,3,5)

Die Wiedergeburt „aus Wasser und Geist“ verweist auf den Glauben an Christus und die Taufe*. Durch die Taufe werden wir Glieder der Kirche, des Leibes des Messias. Für Juden bedeutet die Taufe nicht, das Judentum aufzugeben. Vielmehr erfüllt sie die Verheißung, die Gott Israel durch den Propheten Ezechiel gegeben hat:

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein… Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. (Ez 36,25–26)

Die Taufe ist „das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist“ (Tit 3,5). Sie reinigt uns von der Sünde, vereint uns mit dem Tod und der Auferstehung Christi, stellt unsere Freundschaft mit Gott wieder her und öffnet die Tür zum ewigen Leben. Jesus selbst hat gelehrt, dass der Glaube an ihn und die Taufe für das Heil notwendig sind. Deshalb gab er seinen Jüngern den großen Auftrag, in die ganze Welt zu gehen und Menschen aus allen Völkern zu Jüngern zu machen. So soll jeder die Möglichkeit haben, sich von der Sünde abzuwenden und zum ewigen Leben in Christus neu geboren zu werden:

Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Mk 16,15–16)

Die katholische Kirche

Eucharistie

Jesus hat die katholische (universale) Kirche* gegründet, die vom Heiligen Geist geführt und vom Nachfolger Petri — dem Papst* — geleitet wird, um sein Werk auf Erden fortzuführen. Die katholische Kirche ist die weltweite Familie Gottes. Durch die Kirche, die die Bibel „Säule und Fundament der Wahrheit“ nennt, schenkt Jesus uns den Weg, die Wahrheit und das Leben, die uns zu einer neuen Schöpfung machen und unsere Gotteskindschaft wiederherstellen.

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist. (1 Tim 3,15)

Wir sind mit Christus vereint und empfangen Gottes Leben besonders durch die Liturgie* und die Sakramente* der Kirche. Diese sieben Sakramente — beginnend mit der Taufe — sind machtvolle Begegnungen mit dem Heiligen Geist. Er verwandelt uns, damit wir Gott in seiner Güte und Liebe immer ähnlicher werden. Das größte Sakrament ist die Eucharistie*: das Opfer des Neuen Bundes und das Familienmahl, das uns mit Christi eigenem Leib und Blut nährt (Joh 6,51–58; Lk 22,19–20). Die anderen Sakramente sind die Firmung*, die Versöhnung (Beichte)*, die Krankensalbung*, die Ehe* und das Weihesakrament*.

Jesus hat uns auch seine Mutter Miriam (Maria)* als unsere geistliche Mutter geschenkt (Joh 19,27). Maria liebt uns, betet für uns, wacht vom Himmel aus über uns und hilft uns im Kampf gegen das Böse (Offb 12). Als Kinder Gottes sind wir Pilger auf Erden, unterwegs zu unserer wahren Heimat im Himmel, wo wir für immer mit Gott und miteinander an seinem Leben und seiner Liebe teilhaben werden (Phil 3,20).

Unsere Antwort

unsere Antwort

Gott ruft uns zur Umkehr auf — dazu, uns von Sünde und Egoismus abzuwenden. Er ruft uns auf, Jesus anzunehmen, an seine Lehre zu glauben, uns für seine Nachfolge zu entscheiden und uns zu einem neuen Leben taufen zu lassen. Er ruft uns auf, uns seinem Leib, der Kirche, anzuschließen (Apg 2,38), damit wir Gott immer ähnlicher werden, bis wir bereit sind, im Himmel voll und ganz an seinem Leben teilzuhaben.

Die Entscheidung liegt bei uns. Die Sünde ist Wirklichkeit, ebenso der Tod. Gott ist die Quelle allen Lebens. Wenn wir ihn in diesem Leben beharrlich ablehnen, wird er unsere Entscheidung achten und uns im kommenden Leben für immer von ihm getrennt bleiben lassen. „Diesen Zustand der endgültigen Selbstausschließung aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen nennt man Hölle“ (KKK 1033). Jesus hat uns eindringlich vor der Wirklichkeit der Hölle gewarnt (Mt 13,41–42; 25,41) und uns ermahnt, den schmalen Weg zu wählen, der zum Leben führt:

Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn. (Mt 7,13–14)

Gott will nicht, dass jemand verloren geht. Er ruft jeden von uns auf, das Leben und das Heil zu wählen. Er hat uns geschaffen, damit wir ihn in diesem Leben lieben und ihm dienen und im kommenden Leben für immer bei ihm sind, in vollkommener Erfüllung und Freude. Antworten wir auf seinen Ruf und suchen wir ihn schon heute.

Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. (1 Tim 2,3–4)

Was nun?

Wenn du spürst, dass Gott dich in die katholische Kirche ruft:

  • Pflege deine Beziehung zu Gott. Bete jeden Tag: Sprich mit ihm und bitte ihn, dich in seiner Wahrheit und seinem Licht zu führen.
  • Lerne den katholischen Glauben kennen, mithilfe von Katholiken für Israel oder anderen katholischen Materialien, die der Lehre der Kirche treu sind (siehe Links).
  • Suche eine katholische Kirche in deiner Nähe. Beginne, an der Messe teilzunehmen und das katholische Gebet und die Liturgie kennenzulernen.
  • Triff dich mit gläubigen Katholiken, die ihren Glauben kennen und lieben. Sie können dich auf deinem Weg zu Gott unterstützen.
  • Sprich mit einem Priester über deinen Wunsch, katholisch zu werden. Höre aufmerksam auf seinen Rat und vergewissere dich, dass er der Kirche treu ist. Wenn er die Lehren der Kirche, wie sie im Katechismus dargelegt sind, ablehnt oder dir sagt, du müsstest nicht wirklich katholisch werden, suche den Rat eines anderen Priesters.

Botschaft des Evangeliums

Das Evangelium von Jesus, dem Messias, im Überblick

  1. Gott liebt dich und hat einen wunderbaren Plan für dein Leben.
  2. Die Sünde trennt uns von Gott. Aus eigener Kraft können wir diesen Bruch nicht heilen.
  3. Jesus ist gekommen, um uns mit Gott zu versöhnen und uns ewiges Leben zu schenken.
  4. Jesus hat uns die Kirche gegeben, durch die er uns den Weg, die Wahrheit und das Leben schenkt.
  5. Gott ruft uns auf, umzukehren, die Taufe zur Vergebung unserer Sünden zu empfangen, Jesus nachzufolgen und uns seinem Leib, der Kirche, anzuschließen.

Siehe auch:

Die Botschaft des Evangeliums* (PowerPoint)
Die Heilsgeschichte
Warum katholisch?


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